CPO vs. LPO: Den richtigen Weg für die optische Konnektivität im Rechenzentrum der nächsten Generation wählen

Die unerbittliche Nachfrage nach höherer Bandbreite, geringerer Latenz und verbesserter Energieeffizienz in hyperskaligen Rechenzentren und KI/ML-Clustern treibt die Technologie der optischen Verbindungen an ihre Grenzen. Herkömmliche steckbare Optikmodule mit hochentwickelten DSPs stoßen bei 800 G und darüber hinaus auf Herausforderungen hinsichtlich Stromverbrauch und Kosten. Hier treten zwei Konzepte in den Wettbewerb, um diese Herausforderungen zu bewältigen: Co-Packaged-Optik (CPO) et Linear Pluggable Optics (LPO). Die Unterschiede zwischen beiden zu verstehen, ist entscheidend, um fundierte Infrastrukturentscheidungen zu treffen.
▶ Das zentrale Problem verstehen: Leistungsaufnahme und Komplexität
Steckbare optische Transceiver (like QSFP-DD und OSFP) waren bisher das Rückgrat von Rechenzentrumsnetzwerken. Doch mit steigenden Geschwindigkeiten bis zu 800 G und dem Ziel von 1,6 T wird der Digitaler Signalprozessor (DSP) innerhalb dieser Module zu einer erheblichen Engstelle:
Hoher Stromverbrauch: DSPs verbrauchen erhebliche Leistung zur Signalconditioning (Kompensation, Fehlerkorrektur).
Erhöhte Latenz: Die DSP-Verarbeitung fügt Nanosekunden Latenz hinzu.
Kosten: Hochentwickelte DSP-Chips sind teuer und erhöhen die Komplexität.
Thermisches Management: Die Ableitung der DSP-Wärme innerhalb einer kleinen Modulfläche ist schwierig.
CPO und LPO repräsentieren divergierende evolutionäre Wege, um diese Einschränkungen zu überwinden.

▶ Co-Packaged Optics (CPO): Tiefe Integration
CPO verändert die Architektur grundlegend, indem die optische Engine vom steckbaren Modul auf dasselbe Substrat oder Gehäuse wie die Host-Switch- Application-Specific Integrated Circuit (ASIC). verlagert wird. Optik und Elektronik werden “ko-paketierte”.”
So funktioniert es: Die optische Engine befindet sich extrem nahe am ASIC-Die. Elektrische Signale legen sehr kurze Strecken über optimierte Kanäle (z. B. Silizium-Interposer) zurück. Dadurch entfällt die Notwendigkeit komplexer, stromintensiver DSPs innerhalb der optischen Engine selbst, da die Signalintegritätsprobleme durch die extrem kurze Reichweite minimiert werden.
Wichtige Vorteile:
Deutlich geringerer Stromverbrauch: Eliminiert die DSP-Leistungsaufnahme und optimiert den gesamten elektrischen Pfad.
Höhere Dichte: Ermöglicht mehr Anschlüsse pro Switch-Frontplatte.
Potentielle Bandbreitendichte: Ermöglicht eine engere Integration für massive Bandbreite.
Reduzierte Systemlatenz: Kürzere elektrische Wege und keine Verzögerung durch DSP-Verarbeitung.
Schlüsselherausforderungen:
Komplexität & Kosten: Erfordert eine radikale Neugestaltung der Switch-ASIC-Gehäuse, eine komplexe Co-Entwicklung von Optik und Elektronik sowie fortschrittliche Fertigungstechniken (z. B. Siliziumphotonik). Sehr hohe einmalige Entwicklungskosten (NRE).
Thermisches Management: Die Integration leistungsstarker ASICs und Optik erfordert anspruchsvolle Kühlungslösungen.
Lieferkette: Schafft eine Einzelanbieter-Abhängigkeit für die Kombination aus Switch/ASIC/Optik.
Wartbarkeit vor Ort: Der Austausch von Optikmodulen erfordert das Entfernen der gesamten Switch-Karte, was den Betriebsaufwand und das Ausfallrisiko erhöht. Keine unabhängigen Optik-Upgrades möglich.
Reife: Befindet sich derzeit noch überwiegend in der präkommerziellen bzw. Prästandardisierungsphase. Begrenzte Ökosystem-Unterstützung.
▶ Linear Plugable Optics (LPO): Vereinfachte Steckbarkeit
LPO, manchmal auch “Linear Drive” oder “Direct Drive” genannt, verfolgt einen anderen Ansatz. Sie behält das bekannte, wertvolle steckbare Formfaktor-Design bei, vereinfacht die Optik jedoch drastisch durch vollständige Entfernung des DSP.
So funktioniert es: LPO-Module nutzen “lineare” oder “analoge Treiber”-Komponenten (leistungsstarke lineare TIAs und Treiber) anstelle eines DSP. Sie setzen voraus, dass der Host-Switch-ASIC über ausreichend leistungsfähige analoge Front-End-Schaltungen und fortgeschrittene Signalverarbeitungsfunktionen verfügt, um Kanalstörungen auf der Host-Seite. zu kompensieren. Dadurch wird die Last für die Signalintegrität vom steckbaren Modul auf den Switch verlagert.
Wichtige Vorteile:
Geringerer Stromverbrauch pro Modul: Durch die Eliminierung des DSP sinkt der Stromverbrauch des Moduls um ca. 50 % im Vergleich zu DSP-basierten Alternativen.
Geringere Latenz: Entfernt die DSP-Verarbeitungslatenz innerhalb des Moduls.
Geringere Modulkosten: Entfernt den teuren DSP-Chip.
Geringere Modulwärmeentwicklung: Einfachere thermische Verwaltung innerhalb des steckbaren Gehäuses.
Steckbarkeit & Flexibilität: Bewahrt die entscheidenden Vorteile steckbarer Optik – Austauschbarkeit vor Ort, unabhängige Upgrades, Multi-Source-Agreements und Flexibilität beim Netzwerkdesign. Kompatibel mit bestehenden Formfaktoren (QSFP-DD, OSFP).
Reife & Verfügbarkeit: Die Technologie ist verfügbar jetzt (z. B. 400G, 800G). Die frühe Einführung hat bereits begonnen.
Schlüsselherausforderungen:
Abhängigkeit vom Host: Erfordert Switch-ASICs, die speziell mit robusten linearen analogen Front-Ends sowie möglicherweise erweiterten DSP-/FEC-Funktionen ausgelegt sind.
Reichweitenbeschränkungen: Ziel ist primär sehr kurze Reichweiten innerhalb eines Racks (SR) oder zwischen benachbarten Racks (DR) – typischerweise 100 m bis 500 m bei Multimode-Glasfaser und bis zu 2 km bei Singlemode-Glasfaser. Nicht geeignet für Langstrecken.
Link-Leistung: Kann leicht höhere Bitfehlerraten als DSP-basierte Lösungen aufweisen und stützt sich stark auf leistungsstarke Forward-Error-Correction (FEC). Erfordert eine enge Co-Design-Abstimmung zwischen ASIC und Modul.
▶ CPO vs. LPO: Ein direkter Vergleich

Funktion | Co-Packaged-Optik (CPO) | Linear Pluggable Optics (LPO) |
|---|---|---|
Architektur | Optik integriert mit ASIC im Package/Board | DSP-freies steckbares Modul |
Stromverbrauch | Niedrigste (Systemebene-Optimierung) | Lower als DSP-basierte Module (~501 TP3T weniger) |
Latenz | Niedrigste (kürzeste Pfade) | Lower als DSP-basiert (kein Modul-DSP) |
Modulkosten | N/A (nicht separat) | Lower (kein DSP-Chip) |
Systemkosten | Sehr hoch (Neugestaltung, komplexe Verpackung) | Mäßig (nutzt das steckbare Ökosystem) |
Dichte | Höchstes Potenzial | Ähnlich Standard-steckbaren Modulen |
Reach | Ultrakurze Reichweite (cm) | Kurze Reichweite (SR: ~100 m, DR: ~500 m–2 km) |
Austauschbarkeit vor Ort | Sehr schwierig (gesamte Platine austauschen) | Einfach (hot-swapfähige Module) |
Herstellerflexibilität | Vendor-Lock-in (Ein-Hersteller-Lösung) | High (steckbares MSA-Ökosystem) |
Upgrade-Pfad | Schwierig (erfordert neues System) | Einfach (Module austauschen) |
Thermische Herausforderung | High (integrierter ASIC + Optik) | Lower (Wärme verteilt über Modul + Switch) |
Reife | Entwicklungsphase (vor kommerzieller Nutzung/F&E) | Jetzt verfügbar (400G-, 800G-Produkte im Versand) |
Am besten geeignet für | Zukünftige KI/ML-Cluster, größte Hyperscaler | Top-of-Rack, Intra-Rack, kurze Spine-Leaf-Verbindungen |
▶ Wo ordnen sich LINK-PP und optische Transceiver ein?
Für Rechenzentrumsbetreiber und Netzwerkarchitekten, die heute hochperformante, kostengünstige und stromsparende Optischer Transceiver Lösungen benötigen heute und auf kurze Sicht stellt LPO eine überzeugende, praktikable Wahl dar. LINK-PP steht an der Spitze der Entwicklung zuverlässiger LPO-Technologie und bietet bereits heute greifbare Vorteile.
Verfügbare LPO-Lösungen: LINK-PP bietet hochwertige lineare Antriebs-steckbare Optik, wie z. B. unsere 800G-LPO- Serie, die für die Kompatibilität mit führenden Switch-Plattformen mit LPO-fähigen Host-ASICs konzipiert ist. Diese Module liefern die versprochenen Einsparungen bei Leistungsaufnahme und Latenz, ohne dabei die entscheidende Steckbarkeit einzubüßen, die Betreiber benötigen. Entdecken Sie unsere Palette an optischen Modulen mit geringer Latenz für das Next-Gen-AI-Netzwerk.
Der Vorteil der Steckbarkeit: Die Entscheidung für LINK-PP-LPO-optische Transceiver bedeutet Flexibilität zu bewahren. Sie können sie gezielt in besonders dicht bestückten, stromempfindlichen Bereichen wie AI/ML-Serverclustern oder Hochfrequenzhandelsnetzwerken einsetzen, ohne Ihre gesamte Infrastruktur neu gestalten zu müssen. Ein Modul aktualisieren oder austauschen? Einfach. Suchen Sie nach optischen Lösungen mit geringem Stromverbrauch für Ihre Rack-Endpunkte? LPO liefert.
Zukunftssicherheit durch Steckbarkeit: Während CPO langfristig für bestimmte ultrahochdichte Anwendungen vielversprechend ist, gewährleistet das steckbare Modell – vorangetrieben durch LPO – Investitionsschutz, Mehranbieterwahl und einfachere Wege zur Technologie-Migration. LINK-PP bleibt weiterhin dem Fortschritt der hochgeschwindigkeitssteckbaren Transceiver- Technologie wie LPO verpflichtet, um sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden.
▶ Entscheidungshilfe: CPO oder LPO – Wichtige Kriterien
Ihre Entscheidung hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab:
Zeitrahmen & Dringlichkeit: Benötigen Sie Lösungen jetzt für 800G-/1,6T-Deployments? LPO ist die einzige praktikable, bereits verfügbare Option. CPO ist noch Jahre von einer breiten Markteinführung entfernt.
Umfang der Leistungsreduktion: Ist es Ihre oberste Priorität, den Stromverbrauch unabhängig von Kosten und Komplexität, zu minimieren, und operieren Sie im größten Maßstab? Dann ist das Potenzial von CPO erheblich. Für deutliche Stromersparnisse pro Modul bei geringerer Systemkomplexität ist LPO die bessere Wahl.
Betriebliche Flexibilität: Erfordern Sie vor-Ort-Wartbarkeit, Mehrquellenoptionen und schrittweise Upgrades? Die Steckbarkeit von LPO ist hier unverzichtbar. CPO opfert dies zugunsten der Integration.
Reichweitenanforderungen: Für Verbindungen über ~2 km hinaus bleiben DSP-basierte steckbare Module weiterhin erforderlich. LPO ist speziell für kurze Strecken innerhalb von Rechenzentren konzipiert. CPO ist per se extrem kurzreichweitig.
Budget & Risikotoleranz: LPO nutzt bestehende Infrastruktur und Lieferketten und bietet damit geringeres Risiko und niedrigere Kosten. CPO erfordert massive F&E-Investitionen und birgt erhebliches technisches sowie finanzielles Risiko.
▶ Fazit: LPO – Der pragmatische Weg nach vorn für hochgeschwindigkeitsfähige optische Transceiver
Die Debatte CPO vs. LPO dreht sich nicht darum, ob eine Technologie “klaren Vorrang” gewinnt. Vielmehr geht es darum, das richtige Werkzeug für spezifische Herausforderungen und Zeitpläne auszuwählen.
CPO stellt eine radikale, langfristige Architekturänderung mit hohem Potenzial, aber ebenso hoher Komplexität, Kosten und Risiken dar. Es handelt sich um eine Zukunftsvision für die anspruchsvollsten und spezialisiertesten Anwendungen.
LPO bietet eine revolutionäre, jedoch pragmatische Weiterentwicklung steckbarer optischer Transceiver. Durch intelligente Entfernung des DSP und Nutzung der Host-ASIC-Funktionen erzielt es erhebliche Einsparungen bei Stromverbrauch und Latenz heute und bewahrt gleichzeitig die entscheidenden betrieblichen und finanziellen Vorteile der Steckbarkeit, die moderne Rechenzentrumsnetzwerke definieren. LINK-PP-LPO-Lösungen, wie z. B. unsere LQD-M85400-SR4C et LQD-M31800-DR8C Module, bieten einen klaren, risikoarmen Weg zu effizienterer und leistungsstärkerer Konnektivität für KI/ML, Hochleistungsrechnen (HPC) und hochdichte Unternehmenskernnetzwerke.
Für die meisten Organisationen, die den Übergang zu 800 G und 1,6 T bewältigen, bietet LPO derzeit die optimale Kombination aus Leistung, Energieeffizienz, Kostenwirksamkeit und betrieblicher Flexibilität.
Möchten Sie erfahren, wie energiearme, latenzarme LPO-optische Transceiver Ihr Rechenzentrumsnetzwerk optimieren können?
Besuchen Sie die LINK-PP-Website ➼
▶ Siehe auch
Grundlagen der Common Public Radio Interface (CPRI)
Wichtige Informationen zur Power-over-Ethernet-(PoE-)Technologie
Abonnieren Sie LINK-PP
Newsletter
Don’t miss anything. Get all the latest posts delivered straight to your inbox.
Video
https://resources.l-p.com/wp-content/uploads/2026/06/f3707104ff423f50cb51a7617d4e6a25.mp4
Juni 2024
- 1.2k
- 888